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Gemeinschaft für deutsche Studentengeschichte e.V.

Rückblick auf frühere Studienreisen

Im Westen viel Schönes: GDS-Reise nach Flandern 2006

Unter dieser Überschrift lud die GDS vor nunmehr genau einem Jahr zu einer Flandernreise und folgte damit einer Anregung, die schon beim Wein- und Lied-Wochenende 2003 in Volkach gegeben wurde. Die Begeisterung war anfangs enorm, doch verschiedene Mißlichkeiten, darunter auch Krankheitsfälle, führten dazu, daß die Gruppe der Interessenten auf die Hälfte zusammenschmolz. So fügte es sich gut, daß zur selben Zeit auch Herbert Fritz aus Österreich, selbst GDS-Mitglied und seit Jahren erfolgreicher Gestalter inhaltlich ausgewogener Reisen, ein Flandernprojekt verfolgte, dem sich die verbliebenen GDSler, betreut von Raimund Lang, anschließen konnten. Das Zusammentreffen erfolgte am 23. Oktober in Köln und ging von dort nach Aalst, einer nahe Brüssel gelegenen Kleinstadt, die für sieben Nächte zum Hauptquartier wurde.
Das Besuchsprogramm sah fast alle wichtigen flandrischen Städte vor: Man begann im kaum bekannten Diest (das korrekterweise noch zu Brabant gehört) und machte dort die erste Begegnung mit einer architektonisch gleichermaßen interessanten wie vielfältigen Erscheinungsform: den Beginenhöfen - Wohnsiedlungen einer seit dem 13. Jh. bestehenden klosterähnlichen Frauengemeinschaft mit religiösem Charakter und sozialer Aufgabenstellung. Die folgenden Tage führten nach Mechelen, der Stadt der Glocken(spiele), nach Antwerpen, der Wirkungsstätte Peter Paul Rubens', nach dem strahlenden Brügge und seinem einst belebten, heute versandeten und verschlafenen Hafenstädtchen Damme mit dem Till-Eulenspiegel-Museum, in das prächtige und vornehme Gent mit seinem einzigartigen Van-Eyck-Altar und in das zwiespältige Brüssel, wo Vergangenheit und Gegenwart einen kaum überwindbaren Kontrast bilden. Dazwischen bildeten kleine Abstecher zu besonderen Orten eine kurzweilige Abwechslung, wie das Kastell van Beersel, das Museum von Waterloo oder Schloß und Park von Ooindonk. Studentenhistorisch waren zwei Ziele von herausragendem Interesse: Die Universitätsstadt Löwen mit zahlreichen universitären Bauten und Denkmälern, vor allem aber mit einem sehenswerten Studentenmuseum, das Teil der Universitätsbibliothek ist und einen vielseitigen, auch humorvollen Einblick in die hierzulande kaum bekannte, sehr eigenständige Welt der belgischen Studentenclubs und Verbindungen ermöglicht. In Löwen fand auch eine Begegnung mit der dortigen katholischen Verbindung Lovania statt, deren Philistersenior Franz-Josef Schaffrath ebenfalls GDS-Mitglied ist und ein zauberhafter Gastgeber war. Das zweite studentenhistorische Ziel war der 1932 eingeweihte Friedhof von Langemark, eine bedrückende Stätte der Trauer ohne störendes Pathos, in dessen Gelände sich gleich- förmige, sarkophagartige Gedenksteine fast aller Couleurverbände befinden. Zu den besonders liebenswerten Einlagen, die Herbert Fritz für seine Gäste bereit hatte, gehören eine Schiffahrt von Antwerpen zurück nach Aalst über die landschaftlich reizvolle Schelde, verbunden mit einem nicht minder reizvollen abendlichen Buffet, und ein festliches Abendmenue in einem traditionsreichen Restaurant im Herzen von Gent, von wo aus man die nächtlich beleuchtete Stadt in ihrer fast bilderbuchhaften Schönheit bewundern konnte.
Da am Wochenende vom 27. bis 29. Oktober auch der Europäische Kartellverband (EKV) in Aalst bei Brüssel seine jährliche Kartellversammlung abhielt, gab es die Möglichkeit, dort eine flandrische Art des Kommerses - ein sogenanntes Sangesfest - mitzuerleben; für deutschsprachige Couleurstudenten eine gänzlich ungewohnte, durchaus bierehrliche Form des Feierns, welche sich fast nahtlos bis tief in die Nacht erstreckt und letztlich in einen Kneipenbummel übergeht. Der EKV hatte auch einen Besuch des Europäischen Parlamentes angeboten, eine Einladung, von der die Gruppe Gebrauch machte. Es ist hier nicht der Platz, negative Anmerkungen auszubreiten, doch kann mit Rücksicht auf die Teilnehmer nicht verschwiegen werden, daß die Durchführung dieses Parlamentsbesuches weder organisatorisch noch inhaltlich den gehobenen Ansprüchen eines Couleurverbandes entsprach. Hier wäre eine kritische Selbstbetrachtung der Veranstalter durchaus angebracht.
Dennoch war es eine intensive und abwechslungsreiche Woche, deren Sinn nur sein konnte, Appetit auf dieses besondere Land im europäischen Westen zu machen. Von seiten der GDS gilt besonderer Dank Herrn Herbert Fritz, der den Löwenanteil der Vorbereitung und Durchführung geleistet hat, und Raimund Lang, der ihm konzeptiv und organisatorisch zur Seite stand.
(aus Studenten-Kurier 4/2006)


Rückblick auf die Studienreise 2002

Über die GDS-Studienreise des Jahres 2002 hat unsere Mitgliederzeitschrift Studenten-Kurier (Nr. 4/2002) so berichtet:

Denkwürdige GDS-Reise in die Ukraine
"Ich bringe Licht und fürchte nicht die Wölfe der Karpaten!" So grüßt 1875 eine imaginäre Muse das Städtchen Czernowitz im Buchenland. Sie bringt die frohe Kunde, daß dort fortan eine Universität, die Francisco-Josephina, eingerichtet werden solle. Diese letzte Universitätsgründung der k.u.k.-Monarchie hatte als solche nur 43 Jahre Bestand. Für Kenner übt die Stadt dennoch bis heute ihren Zauber als ehemaliges "Klein-Wien des Ostens" aus. Eben diesem Flair waren vom 29. August bis 8. September dieses Jahres 41 Fernreisende auf der Spur. Mit Start und Ziel München und mit Czernowitz als Wendepunkt durchquerte die Gruppe Bayern, Österreich sowie fünf Nachfolgestaaten; dabei bildete der Besuch von sechs Universitätsstädten den Schwerpunkt. Vorbereitung und Durchführung lagen in den bewährten Händen von Raimund Lang, der im Auftrag der GDS für eine rundum gelungene Fahrt sorgte, bestens assistiert von der gebürtigen Czernowitzerin Anna Wiesmeier …

 

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