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Nachrichten 2010
Ausgewählte Informationen aus dem Studenten-Kurier

Biographisches Lexikon abgeschlossen

In der Schriftenreihe "Revocatio Historiae" der Historischen Kommission des KV in
Zusammenarbeit mit der GDS wird derzeit das "Biographische Lexikon des KV" abgeschlossen. Nach Erscheinen der ersten sechs Teile. Das reich bebilderte Buch wird besorgt vom Verlag akadpress, der auch den "Studenten-Kurier" betreut. Es kann ab sofort zum Sonderpreis von nur 15,00 Euro für GDS-Mitglieder (Ladenpreis 21,80 Euro) subskribiert werden beim GDS-Bücherdienst/akadpress, Oberstraße 45, D-45134 Essen; Tel. (02 01) 43 55 41 - 00; Fax (02 01) 43 55 41 - 01; E-Mail: info@akadpress.de, www.akadpress.de/studentika. Die Subkriptionsfrist endet am 31.10.2010.

Selbstmord auf Verbindungshaus
Das deutsche Verbindungswesen hat seinen ersten handfesten Skandal in diesem Jahr: Auf dem Haus der katholischen bayerischen Studentenverbindung Rhaetia München hat sich Ende Februar der als Spezialist für umstrittene Abmahnverfahren bekannt gewordene Rechtsanwalt Günter Freiherr von G. selbst erschossen. Der rechtskräftig wegen Betrugs verurteilte G. (vulgo Graferix) sollte eine Haftstrafe antreten.
G. war in den 90er Jahren durch seine "Tanja"-Briefe bekannt geworden: Er schrieb unter dem Decknamen "Tanja Nolte-Berndel" Briefe an Inserenten in PC-Zeitschriften. Wer auf seine Frage nach Kopien von Spielen wohlwollend reagierte, ekam eine Abmahnung oder eine Anzeige. Später mahnte er die "tageszeitung" ab, weil sie ihm eine Bestätigungsmail für ein Newsletterabo geschickt hatte. Die Zeitung zahlte, G. bestritt den Geldeingang und ließ sogar die Internetdomain taz.de pfänden. Bei einer Hausdurchsuchung fand sich dann ein Fax, das die Zahlung der taz bewies – Grundlage für G.s Verurteilung und möglicherweise indirekter Auslöser für seinen Selbstmord. Verabschiedet hat er sich mit einer E-Mail – "Ein letzter Gruß an die Runde". Darin führte er laut heise online neben "schwersten Beziehungsproblemen" auch den wegen angeblich "verbindungsschädigenden Verhaltens" erfolgten Hinauswurf aus der Rhaetia, Symptome einer möglichen Krebserkrankung im Enddarm, finanzielle Probleme und seinen bevorstehenden Haftantritt an. Vor allem durch den Hinauswurf aus der für ihn offenbar sehr wichtigen Studentenverbindung, bei der unter anderem der bayerische Kultusminister Ludwig Spaenle Mitglied ist, sei ihm, so G., der "soziale Boden unter den Füßen weggezogen" worden, weshalb er sich "eine Kugel in den Kopf jagen" wolle.
Empfänger der Rundmail hatten noch die Polizei alarmiert, die G. aber nicht mehr retten konnte.

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